"to be or not to be"

Hamlet kennt nun wirklich jeder und ich habe das Stück auch schon 2 Mal zuvor gesehen, aber nie in einer 6stündigen Vorstellung im Burgtheater.

Mein erster Fehler: ich war die Nacht davor weg und hatte wenig Schlaf und spürte noch leicht die Auswirkungen des Alkohols. Mein Pluspunkt: ich habe davor Sport gemacht und war damit wenigstens etwas entlastet und wieder wach.

Bei 5€ für ein Ticket in der Galerie dachte ich mir, da kann ich ja mal hinschauen, immerhin, sollte es mir nicht gefallen oder mir nach 4 Stunden der Kopf rauchen, könnte ich ja jederzeit gehen.
Ich kann aber stolz verkünden: ich habe durchgehalten!

Wir sprechen vom Burgtheater, daher ist es klar, dass das Schauspiel unglaublich gut war. Vor allem mochte ich an der Darstellung des Hamlet, dass er nicht vollständig verrückt war aber auch nicht vollständig gesund. Immer wieder musste ich mich fragen, ob er nun den Verstand verloren hat oder nicht. Was selten der Fall ist, denn zu oft ist sein Charakter auf die eine oder die andere Weise ausgelegt, obwohl es beim Lesen nicht möglich ist, es eindeutig einzuordnen.

Auf der Drehbühne war ein Bereich mit Wasser aufgefüllt. Ein ganzes Moor schien dort auf der Bühne zu sein. Dort traf Hamlet auf den Geist seines Vaters, dort läuft er auch hindurch, wenn der Wahn ihn erfasst.

Interessant fand ich auch, dass das Gesamte Stück eher in unsere Zeit verschoben war. Die Schauspieler trugen Anzüge, die Frauen Businesskleider. Ich fand das moderne Setting interessant im Kontrast zu der sehr detailierten Bühnendekoration. Einerseits die möglichst genaue Darstellung der Umgebung, um uns, das Publikum, nach Dänemark zu entführen und eine passende Stimmung zu erzeugen und dann aber der Bruch mit der modernen Kleidung, die uns daran erinnert, dass dieses Thema nicht alt ist und nicht weit weg, sondern nach wie vor aktuell und auch immer mit einem doppelten Blick gelesen werden muss: Hamlet ist immer mit Blick auf die Entstehungsgeschichte zu lesen, aber auch immer mit Blick auf unsere eigene Gesellschaft, nur so kann der ganze Sinn erfasst werden.

Lasst euch nicht von 6 Stunden erschrecken, es lohnt sich

31.10.14 09:34, kommentieren

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Arbeitstitel: Das Amulett - Prolog

Es ist lange her und wenn ich jetzt an die Zeit zurück denke, frage ich mich, wieviel von dem wirklich geschehen ist und wo meine Phantasie beginnt. Damals war die Zeit verwirrend und an manchen Tagen wusste ich nicht einmal mehr, wo ich mich befand. Oft wachte ich zwar in einem Bett auf, aber nicht in meinem, oder auf dem Boden, sogar in der freien Natur. Mein Herz schlug mir beim Aufwachen immer bis zum Hals und ich griff panisch nach meinem Amulett, denn solange ich es hatte, gab es eine Chance, zurück zukehren. Ich habe das Amulett lange nicht mehr benutzt, doch Ereignisse trugen sich in letzter Zeit zu, dass ich es für nötig halte, seine Macht jemanden zu erklären, um mich anschließend auf meine letzte Reise zu begeben.

30.10.14 22:40, kommentieren


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